Der Moment nach der Abschlusspräsentation
Dein Projekt ist fertig. Bewertet. Präsentiert. Und jetzt?
Ein digitales Studio für Designstudierende, die aus ihrem Abschlussprojekt mehr machen wollen — Schritt für Schritt, ohne Betriebswirtschaftsstudium.
Machbarkeit, Kapitalbedarf, Schutzrechte, Rechtsform: Genau die Phase, die im Studium selten vorkommt. Hier beginnt sie.
Der Übergang in vier Phasen
Wo die meisten Projekte enden — und wo dieses digitale Studio anfängt
Die vier Phasen bauen aufeinander auf. Du kannst sie nachlesen — oder direkt mit dem Check herausfinden, was auf dein Projekt zutrifft.
Prototyp → MVP
Aus dem Ausstellungsstück ein Produkt machen, das echte Menschen benutzen können.
Lesen → Phase 02Machbarkeit klären
Material, Fertigung, Stückzahlen und Zertifizierung realistisch einschätzen.
Lesen → Phase 03Ideen schützen
Eingetragenes Design, Gebrauchsmuster, Marke — was wann sinnvoll ist und was es wirklich kostet.
Lesen → Phase 04Kapital anschließen
Stipendium, Accelerator, Kredit oder Crowdfunding — in der richtigen Reihenfolge.
Lesen → Werkzeug 01 · 7 Fragen · ca. 2 MinutenMach den Check: Finde heraus, was dein Weg kostet
Sieben Fragen zu deinem Produkt ergeben eine grobe Budget-Einordnung und die Förderprogramme, die zu deinem Stand passen.
Check starten → Werkzeug 02 · baut auf dem Check aufDein persönlicher Fahrplan
Eine abhakbare Schritt-für-Schritt-Liste mit Zeitschienen — zugeschnitten auf deine Antworten, gespeichert in deinem Browser, ohne Login.
Noch kein Fahrplan — starte mit dem Check.Phase 01
Vom Prototyp zum MVP
Dein Prototyp hat einen Job erledigt: Er hat in der Präsentation überzeugt. Ein MVP — ein „Minimum Viable Product“, also die kleinste Version deines Produkts, die echte Nutzer:innen wirklich benutzen können — hat einen anderen Job: Er muss außerhalb des geschützten Hochschulraums funktionieren, in den Händen von Leuten, die dein Konzept nicht kennen und denen deine Note egal ist.
Der Unterschied ist kleiner und größer, als er klingt. Kleiner, weil du meistens nicht bei null anfängst — dein Prototyp ist der Beweis, dass die Idee funktioniert. Größer, weil jetzt Fragen dazukommen, die im Studium niemand gestellt hat: Hält das Ding 500 Benutzungen aus? Lässt es sich reinigen, reparieren, verschicken? Was passiert, wenn jemand es falsch benutzt?
Der wichtigste Schritt: Gib dein Produkt so früh wie möglich echten Testnutzer:innen — nicht Kommiliton:innen, die höflich sind, sondern Menschen aus deiner Zielgruppe. Drei ehrliche Testrunden ersetzen Monate an Vermutungen.
Nutze die Hochschule, solange du kannst. Werkstätten, Maschinen, Beratung — als Studierende hast du Zugang zu Infrastruktur, die dich später Geld kostet. Auch Förderprogramme wie das EXIST-Gründungsstipendium setzen genau hier an: Die Hochschule stellt Arbeitsplatz und Werkstattzugang, damit du dich aufs Produkt konzentrieren kannst.
Phase 02
Machbarkeit klären
Machbarkeit heißt: Kannst du dein Produkt zu einem Preis herstellen, den jemand bezahlt — in einer Qualität, die du verantworten kannst? Vier Stellschrauben entscheiden darüber, und alle vier fragt dich später auch der Budget-Check ab.
- Material
- Standardmaterial bekommst du schnell und in kleinen Mengen. Sonderanfertigungen bedeuten Mindestabnahmen, lange Vorlaufzeiten und Lieferanten, die auf Kleinserien oft keine Lust haben. Frag früh an — die Antworten verändern deine Kalkulation.
- Stückzahl
- Unter etwa 50 Stück bist du im Manufaktur-Maßstab: teuer pro Stück, aber ohne Werkzeugkosten. Ab einigen hundert Stück lohnen sich Werkzeuge und Formen (Tooling) — die kosten je nach Verfahren vierstellig bis fünfstellig, senken aber den Stückpreis drastisch.
- Zertifizierung
- Vieles, was einen Stecker, einen Akku oder eine Funkverbindung hat, braucht in der EU eine CE-Kennzeichnung. Die ist meist eine Selbsterklärung des Herstellers — aber die Prüfungen und die Dokumentation dahinter kosten Zeit und Geld und gehören ganz an den Anfang deiner Planung, nicht ans Ende.
- Stückkosten
- Rechne eine ehrliche Stückliste (BOM): jedes Teil, jede Minute Arbeit, Verpackung, Versand. Faustregel aus der Praxis: Der Verkaufspreis muss deutlich über den reinen Herstellkosten liegen, sonst bleibt für Handel, Rückläufer und dich selbst nichts übrig.
Phase 03
Ideen schützen
Die gute Nachricht zuerst: Die Schutzrechte, die für Designprodukte am wichtigsten sind, kosten keine Tausende, sondern zweistellige bis niedrige dreistellige Beträge an Amtsgebühren. Die schlechte: Es gibt Fristen, die rückwärts laufen — ab dem Tag, an dem du dein Produkt zum ersten Mal öffentlich zeigst.
Die wichtigste Frist für dich: Für ein eingetragenes Design gilt eine Neuheitsschonfrist von 12 Monaten. Deine eigene Veröffentlichung — Abschlusspräsentation, Instagram, Ausstellung — macht die Anmeldung also nicht sofort kaputt, aber die Uhr läuft. Beim Gebrauchsmuster sind es nur 6 Monate. Deshalb steht „Designschutz klären“ in jedem Fahrplan ganz vorn.
Was zu was passt: Das eingetragene Design schützt die Gestaltung — Form, Oberfläche, Erscheinungsbild. Das Gebrauchsmuster schützt eine technische Lösung (kein Verfahren) und ist das „schnelle Schutzrecht“: ungeprüft eingetragen, oft in zwei bis vier Monaten. Die Marke schützt deinen Namen und dein Logo — relevant, sobald du unter einem Namen verkaufen willst.
Alle Zahlen, Laufzeiten und Fristen findest du kompakt in der Bibliothek. Wenn es ernst wird — etwa weil ein Wettbewerber auftaucht oder ein Lizenzvertrag ansteht — hol dir eine Erstberatung bei einer Patentanwältin; viele IHKs bieten kostenlose Sprechstunden an.
Phase 04
Kapital anschließen
Die Förderlandschaft wirkt unübersichtlich, folgt aber einer einfachen Logik: Je früher du dran bist, desto eher bekommst du eine Förderung ohne Rückzahlung oder Abgaben von Anteilen. Je später, desto eher musst du es zurückzahlen oder Anteile abgeben.
Vor der Gründung sind Stipendien dein stärkstes Werkzeug — und hier lauert der häufigste Fehler: Programme wie das EXIST-Gründungsstipendium oder das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein setzen voraus, dass dein Unternehmen noch nicht gegründet ist. Wer zu früh eine GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) oder UG (die „kleine Schwester" der GmbH) anmeldet, verbaut sich die attraktivsten Förderungen. Erst Stipendium, dann Gründung.
Nach dem Stipendium übernehmen Accelerator-Programme (zeitlich begrenzte Förderprogramme, die junge Teams mit Coaching, Geld und Kontakten beschleunigen — in Schleswig-Holstein z. B. Gateway49, ohne Abgabe von Firmenanteilen), Reward-Crowdfunding (deine Community finanziert die Serie vor und testet gleichzeitig die Nachfrage) und Förderkredite staatlicher Banken (KfW auf Bundesebene, IB.SH im Land), sobald es um Werkzeugbau und erste Serien geht.
Der Budget-Check ordnet dich automatisch ein: Er fragt deinen formalen Stand ab und zeigt dir nur die Programme, die zu deiner Phase passen. Die vollständige Übersicht mit allen Konditionen findest du unter Förderung.
Werkzeug 01 · Budget-Check
Bevor du weißt, was zu tun ist,
hilft es zu wissen, was es kostet.
Sieben Fragen, etwa zwei Minuten. Am Ende bekommst du eine grobe Budget-Spanne mit Begründung, passende Förderprogramme — und daraus deinen persönlichen Fahrplan. Ausdrücklich eine Orientierung, keine Kalkulation.
Frage 1 von 7
Was für ein Produkt entsteht bei dir gerade?
Der Produkttyp beeinflusst Werkzeug-, Zertifizierungs- und Fertigungskosten am stärksten.
Frage 2 von 7
Wie speziell ist dein Material?
Sonderanfertigungen treiben Kosten und Vorlaufzeiten überproportional — Lieferanten für Kleinserien sind rar.
Frage 3 von 7
Wie viele Prototypen hast du schon gebaut?
Zeigt, wie viel Entwicklungsarbeit noch vor dir liegt — und wie viel schon bezahlt ist.
Frage 4 von 7
Braucht dein Produkt eine Zertifizierung?
Alles mit Strom, Akku oder Funk braucht in der EU meist eine CE-Kennzeichnung — Prüfungen und Doku kosten Zeit und Geld.
Frage 5 von 7
Wie groß soll die erste Serie werden?
Entscheidet, ob sich Werkzeugbau lohnt — Formen und Werkzeuge senken den Stückpreis, kosten aber vorab.
Frage 6 von 7
Gründest du allein oder im Team?
Beeinflusst den Lebenshaltungs-Anteil im Kapitalbedarf — und welche Stipendiensummen möglich sind.
Frage 7 von 7
Wo stehst du gerade formal?
Entscheidet, welche Förderprogramme überhaupt infrage kommen — Stipendien setzen voraus, dass noch nicht gegründet ist.
Grobe Hausnummer, keine Excel-Tabelle — aber ein guter Anfang
—
Was deine Spanne treibt
Förderprogramme, die zu deinem Stand passen
Werkzeug 02 · Dein persönlicher Fahrplan
Was du jetzt konkret als Nächstes machst
Erzeugt aus deinen Antworten im Budget-Check. Die Zeitschienen sind Richtwerte für die Reihenfolge, kein Countdown. Hak ab, was erledigt ist — dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert, ganz ohne Login.
Noch kein Fahrplan
Dein Fahrplan entsteht aus deinen Antworten im Budget-Check — sieben Fragen, etwa zwei Minuten. Danach wartet hier deine persönliche Liste.
Zuerst den Check machen →Wer euch weiterhilft
Die Förderlandschaft in Kürze
Ausgangspunkt ist Schleswig-Holstein — der Standort dieser Hochschule — ergänzt um bundesweite Programme. Merksatz: je früher, desto geschenkter. Alle Angaben Stand Sommer 2026; prüfe die Konditionen immer in der Originalquelle.
Wer den Stipendienweg geht, kann Gründungsstipendium SH und EXIST kombinieren — aber nur in einer Richtung. Die Reihenfolge entscheidet über bis zu zwei Jahre Förderung:
Richtig: Erst das Gründungsstipendium SH (läuft in der Regel 12 Monate). Etwa ab dem 8. Monat bewirbst du dich parallel für EXIST — das schließt dann direkt an und fördert weitere 12 Monate. So verkettest du beide Programme fast lückenlos.
Andersherum funktioniert es nicht: Nach einem bereits durchlaufenen EXIST-Stipendium ist das Gründungsstipendium SH nicht mehr möglich. Also immer SH zuerst.
Zum Nachlesen
Ressourcen-Bibliothek
Die Zahlen, nach denen du sonst lange googelst — kompakt und mit Quelle. Amtsgebühren, Fristen, Rechtsformen. Stand Sommer 2026, ohne Gewähr und keine Rechtsberatung.
Technische & gestalterische Schutzrechte beim DPMA
Eingetragenes Design
- Schützt
- Die Gestaltung: Form, Oberfläche, Erscheinungsbild deines Produkts — das, was du als Designer:in direkt verantwortest.
- Kostet
- 60 € Anmeldegebühr (elektronisch) — bis zu 10 Designs inbegriffen, jedes weitere 6 €.
- Gilt
- 5 Jahre ab Anmeldung, verlängerbar auf bis zu 25 Jahre.
- Wichtig
- 12 Monate Neuheitsschonfrist ab deiner ersten eigenen Veröffentlichung — die Abschlusspräsentation startet die Uhr. Das DPMA prüft Neuheit und Eigenart nicht vorab; recherchiere selbst.
Gebrauchsmuster
- Schützt
- Eine technische Erfindung — Funktionsprinzip, Aufbau, technische Lösung. Nicht für Verfahren. Das „schnelle Schutzrecht“.
- Amtsgebühr
- 40 € Anmeldung (30 € elektronisch). Aufrechterhaltung ab dem 4. Jahr kostenpflichtig.
- Realistische Gesamtkosten
- 3.000–5.000 €. Die Amtsgebühr ist nur die Spitze. Der eigentliche Aufwand ist die Arbeit davor: Recherche, ob die Erfindung neu und überhaupt schützbar ist, und das saubere Formulieren der Schutzansprüche — das übernimmt in der Regel ein:e Patentanwält:in. Bei einem Gebrauchsmuster unterscheidet sich dieser Aufwand kaum von einer Patentanmeldung.
- Gilt
- Maximal 10 Jahre. Eintragung ungeprüft, im Schnitt nach etwa 4 Monaten.
- Wichtig
- Nur 6 Monate Neuheitsschonfrist — halb so lang wie beim Design. Weil ungeprüft eingetragen wird, ist die Recherche vorab keine Kür, sondern Pflicht.
Patent
- Schützt
- Technische Erfindungen mit echter Neuheit und erfinderischem Schritt — stärker als das Gebrauchsmuster, aber deutlich aufwändiger zu erlangen.
- Amtsgebühr
- Ab ca. 70 € Anmeldung (elektronisch), plus Prüfungs- und Jahresgebühren.
- Realistische Gesamtkosten
- Mehrere Tausend Euro aufwärts — die anwaltliche Recherche und Ausarbeitung ist derselbe Kostenblock wie beim Gebrauchsmuster (3.000–5.000 €), über die Jahre kommen Prüfungs- und Jahresgebühren dazu. Realistisch fünfstellig, wenn das Patent lange gehalten wird.
- Gilt
- Maximal 20 Jahre. Erteilung dauert im Schnitt 3–5 Jahre — der Anmeldetag sichert die Priorität trotzdem vom ersten Tag an.
- Wichtig
- Für die meisten Designprodukte in der Frühphase ist das Gebrauchsmuster der pragmatischere Einstieg: schneller, günstiger, und ein Patent lässt sich später noch als Abzweigung nachreichen. Patent lohnt sich, wenn die technische Erfindung der Kern des Produktwerts ist.
Markenschutz — warum er für Designer:innen besonders relevant ist
Marke
- Schützt
- Deinen Namen, dein Logo, deinen Schriftzug — das, worunter du verkaufst und unter dem du langfristig Reputation aufbaust.
- Kostet
- 290 € Anmeldegebühr (elektronisch) für bis zu drei Waren-/Dienstleistungsklassen. Jede weitere Klasse 100 € zusätzlich.
- Gilt
- 10 Jahre, beliebig oft verlängerbar — als einziges Schutzrecht potenziell unbegrenzt.
- Wichtig
- Vorher gründlich recherchieren, ob der Name frei ist (in den amtlichen Registern DPMAregister für Deutschland und EUIPO für die EU) — ein Widerspruch nach der Anmeldung wird teuer. Gerade bei eingängigen, kurzen Produktnamen ist die Verwechslungsgefahr hoch.
Warum Marke für dich?
- Design und Marke gehören zusammen
- Als Designer:in baust du nicht nur ein Produkt — du baust eine Sprache: Name, Form, Farbe, Erscheinung. Wer seinen Namen nicht schützt, kann ihn nicht durchsetzen. Und wer in einem erfolgreichen Produkt eine Marke aufgebaut hat, ohne sie einzutragen, verliert sie unter Umständen an jemanden, der schneller beim Amt war.
- Vorher statt nachher
- Eine Marke lässt sich nicht rückwirkend schützen — Priorität hat, wer zuerst anmeldet. Deshalb gehört die Markenanmeldung in den Fahrplan, sobald klar ist, unter welchem Namen das Produkt auf den Markt kommt.
- Praxistipp
- Auch das Erscheinungsbild selbst — charakteristische Produktfarbe, Formdetail, Interface-Sprache — kann unter Umständen als dreidimensionale oder Farbmarke eingetragen werden. Selten der erste Schritt, aber gut zu kennen.
Der Staat hilft beim Schützen — WIPANO
Die 3.000–5.000 € für die anwaltliche Arbeit rund um ein Gebrauchsmuster oder Patent klingen viel — und sind es auch. Aber du musst sie nicht allein tragen: Mit WIPANO fördert das Bundeswirtschaftsministerium genau diese erste Schutzrechtsanmeldung. Das ist ein Zuschuss, kein Kredit — du zahlst nichts zurück.
Was WIPANO übernimmt
- Wer
- KMU (kleine und mittlere Unternehmen) und — seit der aktuellen Richtlinie ausdrücklich — auch Start-ups in der Frühphase mit Sitz in Deutschland. Wichtig: In den letzten drei Jahren darf noch keine Schutzrechtsanmeldung erfolgt sein. Für dich als Erstanmelder:in also ideal.
- Was
- Gefördert wird der gesamte Prozess der Patent- oder Gebrauchsmusteranmeldung inklusive der Beratungsleistungen — also genau die Patentanwaltskosten und die Recherche, die den Hauptbrocken ausmachen.
- Wie viel
- Zuschuss von 50 % der förderfähigen Kosten, bis zu rund 16.000 € für den Schwerpunkt Patentierung. Bei 3.000–5.000 € Anwaltskosten trägst du also etwa die Hälfte selbst — den Rest übernimmt der Bund.
Wie du drankommst
- Reihenfolge
- Der Antrag muss vor Projektbeginn gestellt werden — eine rückwirkende Förderung gibt es nicht. Also: erst WIPANO-Antrag, dann Anwält:in beauftragen. Nicht umgekehrt.
- Wo
- Antrag online über das Portal „easy-Online“ beim Projektträger Jülich (PtJ — die staatliche Stelle, die das Programm abwickelt). Für die Patentierung ist laufende Einreichung bis 31.10.2027 möglich.
- Tipp
- Viele IHKs bieten kostenlose Beratungstage mit regionalen Patentanwält:innen an — ein guter, günstiger erster Schritt, um überhaupt einzuschätzen, ob sich der Aufwand lohnt.
So läuft eine technische Schutzrechtsanmeldung ab
-
01
Erstberatung & Einschätzung
Kostenloser IHK-Beratungstag mit einer Patentanwältin oder einem Patentanwalt: Ist deine Idee überhaupt technisch schützbar? Gebrauchsmuster oder Patent? Diese erste Einschätzung kostet dich nichts und spart dir teure Irrwege.
-
02
WIPANO-Antrag stellen
Bevor die eigentliche Arbeit beginnt: Förderantrag über easy-Online einreichen. Erst wenn der Zuschuss bewilligt ist, geht es weiter — sonst verfällt die Förderung.
-
03
Recherche & Ausarbeitung
Der teuerste, aber wichtigste Teil: Die Anwält:in recherchiert den Stand der Technik (gibt es das schon?) und formuliert die Schutzansprüche so, dass sie halten. Hier entstehen die 3.000–5.000 € — anteilig durch WIPANO gedeckt.
-
04
Anmeldung beim DPMA
Jetzt erst die eigentliche Amtsgebühr (40–70 €). Das Gebrauchsmuster ist oft schon nach etwa vier Monaten eingetragen, ein Patent durchläuft ein mehrjähriges Prüfverfahren — geschützt bist du ab dem Anmeldetag.
Rechtsform — die Kurzfassung
Einzelunternehmen / GbR
- Was ist das?
- Die einfachsten Formen: Als Einzelunternehmen gründest du allein, als GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) zu mehreren — beides ohne Mindestkapital.
- Start
- Formlos bzw. per Gewerbeanmeldung — schnell und fast kostenlos.
- Haftung
- Persönlich, mit deinem Privatvermögen. Bei der GbR haften alle Gesellschafter:innen gemeinsam.
- Passt, wenn
- Du testest, verkaufst Kleinstmengen, das Risiko ist überschaubar. Viele starten hier — und wechseln später.
UG (haftungsbeschränkt)
- Start
- Ab 1 € Stammkapital möglich; real kommen Notar-, Registerkosten und ein Geschäftskonto dazu — plane einige hundert Euro ein.
- Haftung
- Beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen. Pflicht: 25 % des Jahresüberschusses als Rücklage, bis 25.000 € erreicht sind.
- Passt, wenn
- Du Haftung begrenzen willst, aber das GmbH-Kapital noch nicht da ist — der klassische Zwischenschritt.
GmbH
- Start
- 25.000 € Stammkapital, davon mindestens 12.500 € bei Gründung eingezahlt. Plus Notar und Handelsregister.
- Haftung
- Beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen.
- Passt, wenn
- Investor:innen, größere Aufträge oder Kredite ins Spiel kommen — die GmbH ist der Standard, den Geschäftspartner kennen und erwarten.
Timing-Hinweis, der oft übersehen wird: Stipendien wie EXIST oder das Gründungsstipendium SH setzen voraus, dass zum Förderstart noch keine Kapitalgesellschaft gegründet ist. Rechtsformwahl kommt im Fahrplan deshalb bewusst nach der Stipendienfrage.
Weiterführende Quellen
- Designschutz im Detail — DPMAdpma.de
- Gebrauchsmusterschutz — DPMAdpma.de
- WIPANO — Zuschuss zur ersten Schutzrechtsanmeldunginnovation-beratung-foerderung.de
- Rechtsform, Businessplan, Basiswissen — BMWEexistenzgruender.de
- Alle Förderprogramme durchsuchen — Bundfoerderdatenbank.de
- Gründungsberatung in Schleswig-Holstein — WTSHwtsh.de
- Darlehen und Landesförderung — IB.SHib-sh.de
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